Balancieren Sie schon zufrieden zwischen Dranbleiben und Loslassen?
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Balancieren Sie schon erfolgreich zwischen Dranbleiben und Loslassen?

In meinem Artikel „Ziele richtig definieren, aber bitte mit AROMA“, erläutere ich die wichtigsten Schritte, seine Ziele zu definieren und wie diese dann erfolgreich umgesetzt werden. In dem darauf aufbauenden Intensiv Workshop öffne ich für meine Klienten die „AKTE ERFOLG“, erörtere „SHOW STOPPER“ und zeige Wege auf, die EIGENEN PRIORITÄTEN stets im Blick zu halten ohne in die Überforderung zu gelangen.

Wir starten mit einer „Rohversion“ unserer Idee, die meist bei 80% liegt. Idealerweise erlauben wir uns damit schon, uns auszuprobieren, dazu zu lernen, Fehler und Erfolge gleichermaßen zu akzeptieren und daraus die Idee weiter zu entwickeln. Meine Grundlagen dafür sind „Wenn etwas nicht klappt, mach was anders“ bzw. „Wenn etwas funktioniert, mehr davon!“ (Steve de Shazer)

„Bin ich auf Kurs“ ist eine wichtige Reflexion, die in diesem Prozess unerlässlich ist. Es passiert leicht, dass wir uns verzetteln, im „Kleinteiligen“ verlaufen und das „eigentliche Ziel“ dabei aus den Augen verlieren. Genauso wichtig ist aber auch die Frage „Ist es immer noch mein Ziel?“.

Wie stark ist Ihre Bereitschaft, Menschen, Dinge oder Ziele im richtigen Moment loszulassen? Haben Sie diese Möglichkeit überhaupt in Ihrem Bewusstsein, in Ihrer Erlaubnis? Und woher wissen wir alle, wann das nötig ist? Dafür gibt es weder eine Skala, auf der wir „richtig“ oder „falsch“, noch den optimalen Zeitpunkt ablesen können. Auch die gesellschaftlichen Normen wie „Alles für den Börsenkurs“, „Besser, höher, schneller“, „Stress ist schick“, und „Einmal Begonnenes muss auf Biegen und Brechen zu Ende geführt werden“, haben eher die Botschaft unbedingt durchzuhalten, egal wie hoch der „Preis“ ist.

In manchen Situationen ist es aber notwendig zu hinterfragen, ob Festhalten sinnvoll oder genau das Gegenteil nötig ist. Im Laufe eines Lebens gibt es viele Punkte, an denen wir loslassen müssen, um nicht unglücklich, depressiv, verbittert zu werden. Eine Arbeit, die uns ausnutzen, unter- oder überfordert, nicht gerecht bezahlt wird oder einfach nicht (mehr) erfüllt. Eine Freundschaft oder Partnerschaft, die uns aussaugt, unglücklich macht. Unrealistische Wünsche und Ziele, die wir trotz enormer Anstrengung niemals erreichen können. Gewohnheiten, die uns mental oder körperlich schaden. Oder fixe Ideen über Ansehen und Status; Macht und Geld; körperlichem Perfektionismus; unerwiderter Liebe oder das Unwiederbringliche zurück zu bekommen.

Das Leben ist Veränderung und fordert fortwährend Anpassungsleistungen von uns, mal unmerklich, mal massiv. Daher ist die Balance zwischen Dranbleiben und Loslassen existenziell für ein zufriedenes Leben, in dem auch Entwicklung möglich ist. Wenn Ziele sich als unrealistisch erweisen, der Aufwand (Kraft, Geld, Engagement…) unverhältnismäßig ist und Stillstand oder gar Rückschläge über längere Zeit entstehen, wir einen hohen Leidensdruck haben, wird es Zeit für Reflektion und eine Entscheidung.

„Das kreative Feuerwerk“

Eine Klientin, 42, studiert, kreativ, innovativ, eine mentale Überfliegerin, kommt mit der Beschwerde, dass Sie bei Beförderungen immer wieder übergangen wird. Ihre Kunden wertschätzen sie und ihre Leistung über Maßen, im eigenen Unternehmen stieß sie dennoch immer auf reale Schwierigkeiten und gefühlte Ablehnung. Sie verfolgte über mehrere Jahre diverse Strategien und Ansätze, vergeblich. Das Offensichtliche verstand Sie zwar rational, konnte aber emotional nicht loslassen. Sie, „ein kreatives Feuerwerk“, passt nicht in das dortige etablierte (Werte)System. Im Coaching erkannten wir den darunter liegenden Glaubenssatz, „ich möchte Teil von etwas sein und gesehen werden“, hinter der eine real erfahrende kindliche Ohnmacht steckte, die es galt zu erkennen und aufzulösen. Seit Herbst 2021 ist sie nun glücklich in ihrer neuen Firma angekommen. Sie hat den kräftezehrenden, sinnlosen und kostspieligen Kampf losgelassen und sich fokussiert ein Unternehmen gesucht, welches genau ihre Fähigkeiten, quer zu denken, mutig zu agieren, provokant zu diskutieren, die Lösung stets im Blick behaltend, wertgeschätzt werden! Bravo!

„Der erschöpfte Unternehmer“

Ein Klient, 55, verheiratet, einen Sohn, erfolgreicher Unternehmer im Familienbetrieb, eloquent, charmant, weltoffen, sozial engagiert, kam erschöpft ins Coaching. Er beschreibt eine Leere im Kopf, fehlende Entscheidungsfreudigkeit, gefühlte Überlastung. Dies wurde begleitet von nächtlichem Wachliegen, Magenproblemen, Verspannungen, Gewichtszunahmen sowie ungewohnter Wut und Aggressionen, die er sich äußerlich nicht anmerken lässt. Was für eine kräftezehrende Situation! Im Coaching zeigte sich schnell, dass die Pandemie den ansonsten vielreisenden und sehr unabhängigen Mann, einschränkte. Unbewusst hatte er sein Bedürfnis nach Unabhängigkeit und einen Freiheitsdrang, als Kontrast zu engen familiären Bindungen, durch die dienstlichen Reisen definiert, und kompensiert, was nun nicht mehr befriedigt wurde.

Zudem kam es auch in der Geschäftsführung zu Veränderungen. Das etablierte Gefüge der bisherigen Gesellschafter hatte sich verschoben, wurde durch private Schicksalsschläge und Differenzen in der Nachfolge, auch emotional und privat belastet. Die Jahrzehnte andauernde, eher männlich karge, aber erfolgreiche Kommunikationsstruktur, das blinde Vertrauen sowie gegenseitige Wertschätzung löste sich gefühlt auf. Misstrauen und kühler Umgang zogen ein, begleitet durch unterschwellige Vorwurfshaltungen.  Dies machte ihm mental sehr zu schaffen, fehlte ihm die Anerkennung und die alte Struktur doch sehr. Nach und nach zeigte sich seine wunschhafte Erwartung, der andere müsse sich doch ändern. Diese Haltung konnte aufgelöst werden! Im Coaching erkannte er auch seinen Anteil an dem Dilemma. Zum einen wurde ihm klar, dass Anerkennung von außen weder stabil noch anhaltend befriedigend ist. Zum anderen bröselten wir seine dysfunktionalen Gedankens-, Verhaltens-, Bewertungs- und Kommunikationsmuster auf und konnten z.B. von „aggressionsauslösenden“ DU-Botschaften auf offene und wertfrei Ich-Botschaften umschulen, mit Erfolg! Seine neue Haltung und Handlungen führten zu entspanntem Umgang miteinander und zu Einsichten und positiven Veränderung im gesamten System. Auch die körperlichen Sensationen, wie Schlaf, Konzentration und Energie regulierten sich hiernach wieder.

 

Diese Beispiele zeigen sehr deutlich, dass die Reflexion der eigenen Situation, besonders wenn wir merken, dass wir unzufrieden sind, körperliche Sensationen sich zeigen, hilfreich und unumgänglich ist, wenn wir gut für uns sorgen möchten. Natürlich wirkt es attraktiv, wenn wir den kindhaften Wunsch haben, dass die anderen unser Problem sind und auch nur diese unser Problem „gefälligst“ zu lösen haben.

Aber ist das produktiv? Ist das die ganze Wahrheit? Und für mich der wichtigste Punkt: „Wie viel Einfluss gebe ich „den anderen“ auf mein Leben, wenn ich erwarte, die anderen sollen mein Problem lösen?“. Was passiert mit unserem Leben, wenn die anderen dies eben nicht tuen oder nicht in der gewünschten Art und Weise? Dann, liebe LeserInnen, dann stecken Sie in der OHNMACHT fest! Dies äußert sich bei KlientInnen gerne in Unverständnis, Klagen, Schimpfen bis hin „sich ausgeliefert zu fühlen“! Und genau das wollen Sie ändern?! Sie möchten von toxischen Menschen, Situation loskommen? Bravo! Denn, es ist kein Hexenwerk!

Lebensgeschichtlich nachvollziehbare und meist kindliche Erfahrungen führen zu Konditionierungen, aus denen sich Glaubenssätze etablieren, die mit dem langen Arm der Vergangenheit, bis in die heutige Zeit, Auswirkungen auf unser Leben haben und sich manifestiert haben. Diese aufzudecken, aufzulösen um dann ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben zu führen, ist ein großer Anteil in meiner Coaching Arbeit!

Danach ist auch die nötige Balance in uns etabliert, um mit Fehlern, Misserfolgen, kritischem Blick auf die eigene Situation „erwachsen“, selbstsicher und reflektiert umzugehen. Dann bleiben Sie nicht mehr in Ohnmacht, Schuldgefühlen, dem schädlichen Festhalten, dem „sich nichts zutrauen“ oder „die anderen sind eh besser“, stecken.

Dann steht Ihnen und Ihren Zielen und Wünschen alles offen! Der Mut, Neues zu wagen, zieht bei Ihnen ein, der Elan, es anzugehen kommt zurück, die Kreativität hat wieder Raum in Ihnen, die Lust am Tun schwingt mit und die Fähigkeit zu erkennen, wann bin ich auf Kurs und wann darf ich neu justieren!

Coaching hilft Ihnen diesen Weg leicht und erfolgreich anzugehen!

 

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